Plastikmüll im Meer

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Am vergangenen Samstag sammelten wir im Rahmen einer bundesweit stattfindenden Aktion Plastikmüll aus Gewässern. Der Müll wird dabei gedankenlos von Passanten weggeworfen und landet in Flüssen und schlussendlich auch im Meer. Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jedes Jahr alleine von Land aus ins Meer. Dort verottet er aber nicht, sondern belastet das Ökosystem für viele Hundert Jahre.

Deutschland ist Europameister im Plastikverbrauch

Ein Viertel der Gesamtmenge an Plastikverbrauch geht auf das Konto von Deutschland. Nach offiziellen Angaben landet ein Prozent auf Deponien, mehr als die Hälfte wir verbrannt und der Rest wird recycelt. Wer nachrechnet, kommt auf eine verdächtige Differenz zwischen Plastikmüll und Plastikverbrauch. "Wo landet also dieses Pastik, wenn es nicht verbrannt oder recycelt wird?" fragt Meeresexpertin Sandra Schöttner von Greenpeace.

Viel Plastik lässt sich problemlos aus unserem Alltag verbannen: Etwa in Kosmetika verwendetes Mikroplastik, das zu klein ist, um aus den Abwässern herausgefiltert zu werden. Aber auch typisches Wegwerfplastik wie Einwegflaschen, To-Go-Kaffeebecher, Verpackungen oder Einwegtüten muss nicht sein. Jeder Deutsche verbraucht beispielsweise pro Jahr 76 Plastiktüten, nicht eingerechnet die dünnen Obst- und Gemüsebeutel.

„Viel zu viele“, sagt Schöttner und sieht vor allem den Gesetzgeber in der Pflicht: „Freiwillige Selbstverpflichtungen von Industrie und Handel reichen langfristig nicht.“ Irland hat einen simplen Weg gefunden, den Tütenverbrauch um erstaunliche 98 Prozent  zu senken: Die Geschäfte verlangen 44 Cent Abgabegebühr.

Die Umweltschützer üben sich deutschlandweit in Schadensbegrenzung; lösen können sie das Plastikproblem natürlich nicht. Dafür müssen entschiedenere Gesetze her: Besser wäre es, der Plastikmüll würde gar nicht erst produziert werden.