Kurs Richtung Katastrophe

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Nächster Stopp: Arktis

Vergangene Woche versuchte sie den Hafen von Seattle unbemerkt zu verlassen: Shells Arktis-Bohrinsel Polar Pioneer machte sich auf den Weg nach Alaska. Doch das heimliche Auslaufen misslang; etwa 50 Aktivisten kamen Shell zuvor: Mit Kayaks und Surfbrettern paddelten sie in das Hafenbecken, ketteten sich aneinander und protestierten so vor dem Stahl-Koloss. Der Protest gegen das Auslaufen der Bohrinsel dauerte mehrere Stunden. Die Küstenwache nahm 14 Greenpeace-Aktivisten fest; alle sind inzwischen wieder frei.

Derweil setzt die Polar Pioneer ihren Kurs auf die Arktis unverändert fort. Sie wird von der amerikanischen Küstenwache begleitet.

Bohrschiff trotz technischen Mängeln auf Arktis-Kurs

Das Gebiet, in dem Shell bereits zum zweiten Mal nach Öl bohren will, ist eine der letzten unberührten Regionen der Erde; ein Ölunfall wäre verheerend. Dabei kam es schon bei Shells Arktisprojekt im Jahr 2012 zu mehreren schweren Pannen und Unfällen vor der Küste Alaskas. Der Konzern musste in den vergangenen beiden Jahren daher seine Probebohrungen aussetzen.

Das Bohrschiff Noble Discoverer, welches Shell bereits 2012 vor Alaska eingesetzt hatte, ist auch dieses Mal Teil der Flotte. Und es fällt wieder – wie bereits 2012 – auf: durch technische Unzulänglichkeiten wie etwa Mängel an den Sicherheits- und Schadstoffsystemen. Eine Kontrolle der US-Küstenwache hat es zum wiederholten Mal nicht bestanden. Bei seiner Inspektion Mitte April hielt die Küstenwache die Noble Discoverer  für einen Tag auf, bis Techniker ein defektes Gerät ausgetauscht hatten; 2012 setzte die Küstenwache das Schiff für knapp vier Wochen fest. „Dass dieses Schiff nach all den Pannen jetzt erneut eingesetzt wird, zeigt, wie verantwortungslos sich Shell in der Arktis verhält“, sagt Otte.

Greenpeace-Aktivisten protestieren auch in Deutschland

Deshalb protestierten Greenpeace-Aktivisten auch in Deutschland gegen Shells Bohrpläne. In mehr als 30 Städten, so auch in Bremerhaven forderen wir den Schutz der Arktis. Mit Handbannern standen sie an Zweigstellen des Konzerns, der mit seinen leichtsinnigen Bohrplänen das einzigartige arktische Ökosystem in Gefahr bringt und vo deutschen Shell-Tankstellen.

 

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