Fukushima mahnt - 4. Jahrestag

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Am 11. März jährt sich die Nuklearkatastrophe vom Atomreaktor Fukushima Daiichi zum 4. Mal. Ein Erdbeben und anschließender Tsunami führte damals dazu, dass es in 3 verschiedenen Reaktorblöcken zu Kernschmelzen kahm. Infolgedessen traten große Mengen an radioaktiver Material aus und verseuchteBoden, Luft, Wasser und Nahrungsmittel. Ca. 120.000 Menschen mussten evakuiert werden und das Gebiet verlassen. Zehntausende Nutztiere verendeten.

Gemeinsames Gedenken an Nuklearkatastrophe

Wir wollen deshalb am Mittwoch dem 11. März im Rahmen der Orgel-Andacht gemeinsam mit der Kirchengemeinde an die Katastrophe von Fukushima und deren Folgen erinnern. 18 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Bgm.-Smidt-Gedächniskirche.

Die Betreibergesellschaft Tepco kämpft nun seit schon fast vier Jahren gegen die Folgen der Katastrophe. Auch jetzt gibt es noch eine Vielzahl an Problematiken. So gibt es immer noch große Mengen an radioaktiv verseuchtem Wasser, welches das Grundwasser bedroht. Zudem dauert es bis zur Bergung der geschmolzenen Reaktorkerne noch länger als erwartet. Weiterhin fallen im Zuge der Dekontamination der Umgebung von Fukushima große Mengen an radioaktiven Material an, welches zwischengelagert werden muss. In den meisten betroffenen Landgebieten übersteigen die Strahlenwerte auch heute noch die gesundheitlich bedenklichen Grenzwerte. Die Kosten beliefen sich bis 2013 auf schätzungsweise 169 Mrd. US-Dollar und es wird noch einige Jahrzehnte brauchen um die Folgen einzudämmen und zu beseitigen.

Folgen der Katastrophe für die Atomindustrie

Nach dem Reaktorunglück von Fukushima schaltete Japan alle seine 48 Atomreaktoren ab. 8 davon sind endgültig stillgelegt. Bei vielen weiteren ist es fragwürdig, ob sie jemals wieder ans Netz gehen werden. Einige dieser Reaktoren haben ein Alter von über 35 Jahren. Japan lässt gerade die Wiederinbetriebnahme einiger Reaktoren im Rahmen neuer Sicherheitsrichtlinien prüfen. Der Reaktorunfall von Fukushima führte zu einer Abkehr Japans von der Atomenergie. Im September 2013 ging der letzte Reaktor vom Netz und seitdem ist Japan 100% Atomstromfrei. Große Teile der Bevölkerung lehnt Atomkraft mittlerweile ab.

Auch international erlebte die Atomindustrie weitere Rückschläge. Deutschland ließ 8 Reaktoren abschalten und erklärte einen Ausstieg bis zum Jahre 2022. Weitere Länder erklärten den Stopp ihrer Pläne zum Neubau von Atomreaktoren und legten ihre Atomprogramme auf Eis. Die Reaktorkatastrophe von Fukushima verstärkte den negativen Trend der Atomenergie der letzten Jahre.

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